Auf dem Rad durch die grüne Hölle

Speed Academy Kandidaten beim Anstieg
Speed Academy Kandidaten nach der Fahrradtour

Der Nürburgring könnte bei den Förderkandidaten der Deutsche Post Speed Academy sicherlich fast als das eigene "Wohnzimmer" durchgehen. Schließlich sind die sieben Nachwuchstalente, die ihr motorsportliches "Handwerkszeug" aktuell in Deutschlands erfolgreichem Ausbildungsprogramm für junge Racer lernen dürfen, in ihren Rennserien oft genug auf der Kultstrecke in der Eifel unterwegs.

Allerdings: Auf dem Drahtesel sieht das alles dann doch ein bisschen anders aus! Die Höchstgeschwindigkeit ist bei rund 90 Sachen erreicht. Zur Herausforderung, die sich wirklich gewaschen hat, gerät das Ganze, wenn man zum "24-Stunden-Rennen" antritt - nur eben nicht im Boliden, sondern auf Pedalen: 24 Stunden lang kein Motorenlärm auf der Nordschleife, nur das leise Surren der Velos. Und die Speed Academy mittendrin, beim Langstreckenevent "Rad am Ring", das 2015 bereits zum zehnten Mal ausgefahren wurde. "Die Jungs haben sich im wahrsten Sinne des Wortes gequält bis zum Umfallen," verrät Manuel Reuter, früher selbst erfolgreicher Rennfahrer (z.B.: Le-Mans-Siege 1989 und 1996), heute Sprecher der DTM-Fahrergewerkschaft und Juror der Deutsche Post Speed Academy.

Gernot Emberger, Sportpsychologe bei der Deutsche Post Speed Academy, erläutert, warum sich die Motorsport-Azubis neben den Mediencoachings, Technik-Workshops, Teambuiling-Seminaren oder Fahrtrainings als Teil ihrer Ausbildung auch in den Sattel schwingen: "Mit dem Rennrad lässt sich die für Profi-Piloten so wichtige Grundlagenausdauer hervorragend entwickeln". Emberger empfiehlt Rennfahrern daher "mindestens dreimal pro Woche" Ausdauersport. Und die Förderkandidaten? "Ich habe überall Schmerzen", stöhnt Marvin Dienst, übrigens Speed-Academy-Vize-Champion im Jahr 2013, am Tag direkt nach der Eifel-Tortur. Und fügt hinzu: "So schnell steige ich garantiert auf kein Fahrrad."