Die Geschichte der PLZ

Postleitzahlen gibt es bei uns schon seit ca. 150 Jahren. Aber erst 1961 wurden sie bundesweit vereinheitlicht. Damit hatte Deutschland das erste "vollständige" Postleitzahlensystem weltweit. Die wichtigsten Stationen in der Geschichte der deutschen Postleitzahlen haben wir Ihnen hier zusammengestellt.
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Die Meilensteine

1853 Einführung von Ringnummernstempel
contentbild_1853 Die Ursprünge des heutigen Postleitzahlensystems sind über 150 Jahre alt. Schon die 1853 verwendeten Ringnummernstempel der Postverwaltung der Thurn und Taxis ermöglichten es, Orte an den jeweiligen Zahlen zu erkennen.
1941 Einführung von Päckchenleitgebieten
karte_1941 Mit einer Verfügung vom 25. Juli 1941 gab das damalige Reichspostministerium die Einführung von "Päckchenleitgebieten" bekannt. Und mit einer "Anweisung für den Briefverteildienst" vom 19. Oktober 1943 wurden die Postleitzahlen mit insgesamt 32 Leitgebieten als allgemein verbindlich im zivilen Postverkehr eingeführt.
1962 Einführung der vierstelligen Postleitzahlen
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Um dem wachsenden Postaufkommen gerecht zu werden und die Beförderung zu beschleunigen, trieb Postminister Richard Stücklen die Einführung eines einheitlichen Postleitzahlensystems voran. Es sollte gewährleisten, dass im wahrsten Sinne des Wortes "die Zahlen die Postsendungen leiten". Eingeführt wurden die vierstelligen Postleitzahlen am 1. November 1961. Es war das erste vollständige Postleitzahlensystem weltweit.

Eine umfangreiche Werbekampagne begann im März 1962 mit dem Slogan "Vergißmeinnicht - die Postleitzahl". Mit Erfolg: Bereits Ende 1962 benutzten 77,4 Prozent aller Geschäftskunden und 68,7 Prozent der Privatkunden die neuen Postleitzahlen. Ab 1964 warb der Showmaster Peter Frankenfeld gemeinsam mit dem legendären Postzusteller Walter Spahrbier in der Fernsehsendung "Vergissmeinnicht" für die neuen Nummern.

1993 Einführung der fünfstelligen Postleitzahlen
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Die Wiedervereinigung Deutschlands machte eine Neustrukturierung des Postleitzahlensystems unabdingbar, denn mit der staatlichen Einheit entstand auch ein einheitliches Postgebiet. Über 800 Städte verfügten in Ost und West über gleiche Postleitzahlen - Bonn und Weimar etwa hatten beide die "5300". Daher mussten Sendungen für eine Übergangszeit mit einem "W" für West-Deutschland und einem "O" für Ost-Deutschland versehen werden.

Nach der Analyse der Postleitzahlen anderer Länder entschied man sich 1991 für die Schaffung eines neuen fünfstelligen Systems. Die ersten beiden Ziffern ermöglichen dabei, einen Ort geografisch einzuordnen. Sie bezeichnen die Zielregion und damit das Briefzentrum einer Region. Die Ziffern drei bis fünf zeigen an, wo der Kunde wohnt, ob er seine Post per Zustellung oder Postfach erhält und ob er Großkunde ist. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post, Dr. Klaus Zumwinkel, kündigte am 31. Oktober 1991 an: "Das neue System wird für die Kunden einfacher, übersichtlicher und verwechslungssicher, der Postbetrieb wird zuverlässiger, rationeller und schneller."

Unter dem Motto "Fünf ist Trümpf" informierte die Deutsche Post ihre Kunden über die anstehenden Änderungen. Maskottchen der Kampagne war die Fingerfigur Rolf. Sechs namhafte deutsche Regisseure gestalteten Werbespots, darunter unter anderem auch Vicco von Bülow (Loriot). Ab dem 9. Mai 1993 moderierte Rudi Carrell zehn Wochen lang jeden Sonntag auf RTL "Die Post geht ab", eine Wiederauflage von "Am laufenden Band" aus den 70er Jahren. Am 11. März 1993 erschien zur Einführung der Postleitzahlen eine 100-Pfennig-Sonderbriefmarke. Die verschiedenen Maßnahmen waren äußerst erfolgreich: Schon wenige Monate nach der Einführung am 1. Juli 1993 waren bereits 95 von 100 Briefen, Päckchen und Paketen mit korrekten neuen Leitzahlen versehen.

Weitere Informationen: Die Geschichte von Deutsche Post DHL

2005 Neuauflage des Postleitzahlenbuchs
contentbild_2005 Eine Neuauflage des Postleitzahlenbuches, die vor allem durch mehr als 63.000 Änderungen seit 1993 notwendig wurde, findet nun zum 4. Oktober 2005 statt. Das neue Postleitzahlenbuch enthält neben den übersichtlich geordneten Zahlen auch einen umfangreichen Serviceteil zu allen Leistungen rund um Brief, Päckchen und Paket. Etwa einmal pro Quartal erscheint eine CD-ROM mit den Postleitzahlen. Die Postleitzahlen können zudem auch im Internet auf den Seiten der Deutschen Post abgefragt werden.
2010 Postleitzahlen dynamisch im Internet
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Erstmals bildet die PLZ-Suche im Internet die Suchergebnisse auch kartografisch ab und stellt die einzelnen Postleitzahlengebiete auf einer Landkarte oder einem Satellitenbild dar. Zudem ist es zukünftig dank einer neuen Autovervollständigungs-Funktion für Nutzer noch einfacher, Anschriften zu prüfen und die Postleitzahl zu ermitteln. Neu ist auch die Möglichkeit, die Postleitzahlensuche als Mini-Applikation kostenlos auf der eigenen Homepage einzubetten. Auf diesem Wege können beispielsweise Unternehmen den Besuchern ihrer Websites die Suche nach Postleitzahlen oder zugehörigen Orten ohne Umwege und im eigenen Design anbieten.

Weitere Informationen: www.deutschepost.de/plzsuche

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