11. Januar 2014 – Kommentare (2)

Shareconomy – warum Teilen das neue Haben ist.

Die Bohrmaschine hat eine bemerkenswerte Karriere hinter sich. Noch vor wenigen Jahren war sie ein wenig beachtetes Handwerksgerät ohne Bedeutung. Heute ist sie der meistgenannte Gegenstand, wenn es darum geht, ein gutes Beispiel für Sharing zu finden. Denn man braucht sie selten – es wird sofort klar, warum es sinnvoll ist, sie etwa mit dem Nachbarn zu teilen.

Bohrmaschine Schrauben und Maßband

© Sergey – Fotolia.com

Wohl kaum. Bemerkenswert ist allerdings die Vielfalt professioneller Angebote und die steigende Zahl der Nutzer. Die Gründe dafür liegen auf der Hand:

  • Das Internet bringt Anbieter und Suchende schnell und unkompliziert zusammen
  • Alte Statussymbole wie etwa das Auto haben zunehmend ausgedient
  • Es entspricht dem Zeitgeist, flexibel zu bleiben und sich nicht durch unnötigen Besitz zu belasten
  • Der Trend zu mehr Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung passt gut zum Teilen
  • Die Kostenersparnis ist durch die Möglichkeit, Preise im Internet zu vergleichen deutlicher
  • Sharing vernetzt – immer wieder wird als angenehmer Nebeneffekt angegeben, man habe interessante Menschen kennen gelernt
  • Immer mehr große Unternehmen steigen mit ein – die Angebote werden professioneller und nutzerfreundlicher
  • Nutzer können zwischen privat orientierten Plattformen (eher teilen) und kommerziellen Angeboten (eher mieten) wählen

Für uns als Elektroschrott-Blog ist natürlich interessant, ob das Teilen auch für Elektrokleingeräte eine Rolle spielt und damit helfen kann, die Elektroschrottberge zu verkleinern. Ausgerechnet für Smartphones dürfte das Sharen ja am wenigsten in Frage kommen, zu persönlich und unentbehrllich ist das kleine Gerät. Aber warum sollten Menschen denn nicht etwa Blutdruckmessgeräte, Navigationsgeräte, Sportuhren, mp3-Player und Fotoapparate teilen? Tatsächlich haben wir auf Sharing-Plattformen entsprechende Angebote gefunden.

Kaufen ohne Geld: das Tauschen.

Eine spannende Variante des Sharing, die ebenfalls im Trend liegt, ist das Tauschen. Dahinter verbirgt sich im Grunde ein klassischer Gebrauchtmarkt, mit dem Unterschied, dass nicht mit Geld, sondern mit Dingen bezahlt wird. Die Wertigkeit der Dinge wird durch Punkte oder individuelle Einschätzung der Nutzer bestimmt. Tauschen hat sich insbesondere bei Kleidung und Unterkünften bewährt, ist aber auf Grund des höheren Aufwands nicht für jedermann interessant. Hübscher Nebeneffekt allerdings: Auf Tauschbörsen wird oft auch einfach nur verschenkt.

Shareconomy Infografik Friendsurcance

Die Infografik von Friendsurance gibt einen spannenden Überblick zur Shareconomy.

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Kommentare (2)

Toll, einen solchen Artikel hier zu lesen!
Nicht zu vergessen, dass sich auch Arbeitsplatz (CoWorking) und Wissen bzw. Fähigkeiten (z.b Skillsharing – Tasksharing) an vielen Orten Deutschlands teilen lassen.
Eine Übersicht verschiedener Plattformen und Initiativen gibt es bei Interesse auch in unserem Verzeichnis: http://kokonsum.org/verzeichnis

David W
12:24 Uhr am 13. Februar 2014

Interessanter Bericht: Aber so kleine Sachen für den Haushalt würde ich mir doch lieber im Baumatkt vor Ort oder beim Nachbarn leihen, statt über Tauschenbörsen, bei PKW’s aber zum Beispiel sind eure Links echt interessant, thx ;-))

Stefan
17:21 Uhr am 22. November 2015

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