12. Dezember 2016

Seltene Erden – Bausteine der Zukunft.

Seltene Erden: Periodensystem

Obwohl sie so häufig genannt werden, gibt es ein großes Missverständnis, das in ihrem Namen begründet liegt. Denn Seltene Erden sind überhaupt nicht selten. Zumindest nicht, was ihr grundsätzliches Vorkommen auf der Erde betrifft. Selbst das relativ seltene Thulium ist immer noch häufiger auf der Erde zu finden als Gold. Der Name ist historisch begründet: Seltene Erden wurden im 18. Jahrhundert zuerst in besonders seltenen Mineralien entdeckt und man nahm an, dass sie nur dort vorkommen. So ganz falsch ist der Begriff „selten“ allerdings auch heute nicht. Denn die begehrten Metalle kann man in der Regel nicht einfach so in einer großen Miene abbauen. Die Mineralien, in denen sie in kleinen Mengen vorkommen, lagern häufig weit verstreut. Deshalb gewinnt man sie oft als Nebenprodukt, wenn es eigentlich um andere Metalle geht.

Wo kommen Seltene Erden vor?

Seltene Erden: Die Industrie Chinas

Noch Luft nach oben: Seltene Erden und Umweltschutz.

Um Seltene Erden zu gewinnen, die übrigens auch Seltenerdmetalle genannt werden, verwendet man Säuren, die geeignet sind, die Metalle auszuwaschen. So entsteht giftiger, ätzender und radioaktiver Schlamm, der in Teichen gelagert wird. Da die Umweltauflagen in China zu wünschen übrig lassen, muss eine großflächige Vergiftung der Umwelt befürchtet werden. Hierbei geht es nicht nur um eine Verseuchung des Grundwassers, sondern auch um radioaktive Kontamination der Umwelt insgesamt. Immerhin hat die Regierung im Jahr 2016 Maßnahmen ins Leben gerufen, um neue Standards für Umweltschutz, Arbeitssicherheit, Energieverbrauch und Emissionswerte durchzusetzen. Inwiefern damit dem weitverbreiteten illegalen Abbau ein Riegel vorgeschoben werden kann, ist fraglich.

Wozu braucht man überhaupt Seltene Erden?

Seltene Erden: Erneuerbare Energien

Ohne Seltene Erden gibt es keine IT. Allein schon mit den genannten Beispielen wird deutlich, dass diese Rohstoffe für uns so wichtig sind. Und weshalb häufig um sie gerungen wird. Seltene Erden gelten als sogenannte Strategische Metalle – Rohstoffe mit großer politischer Bedeutung, auf die der Finanzmarkt der Welt ein Auge hat.

Seltene Erden auf dem Weltmarkt.

Die Förderung von Seltenen Erden ist teuer. Auch so lässt sich die Dominanz Chinas erklären, denn hier wird günstig produziert. Brisanterweise stammen geschätzte 40% aller in China angebotenen Seltenen Erden aus illegalem Abbau. Der Welthandel mit Seltenen Erden ist komplex und mit Problemen belastet. Der eigens gegründete chinesische Wirtschaftsverband für Seltene Erden setzte gezielt Exportbeschränkungen durch, so dass die Rohstoffe als politisches Instrument benutzt wurden. Eine Klage der USA, der EU und Japan erreichte, dass sie 2015 aufgehoben wurde. So führen die vergleichsweise geringen Preise noch immer dazu, dass zu wenig in die Forschung investiert wird, die bei den Themen Alternativen zu, aber auch Recycling von Seltenen Erden dringen nötig wäre.

Recycling von Seltenen Erden – ein schwieriges Kapitel.

Das Recycling von Seltenen Erden ist grundsätzlich möglich – wird aber im größeren Maßstab nicht praktiziert, da es noch nicht rentabel ist. Das hat mit den erwähnten Rohstoffpreisen zu tun, aber auch damit, dass Seltene Erden oft nur in Spuren verbaut sind. Schreddern und maschinell Aussortieren wie etwa bei Kupfer, lässt sich nicht so eben machen, das Recycling der oft gemeinsam miteinander verbauten Metalle ist aufwändig. Allerdings ist das mit den Kleinstmengen keineswegs immer der Fall. So kann man lesen, dass beispielsweise in Hybridfahrzeugen durchaus 20 kg Seltene Erden verbaut sein können. Stefan Gäth vom Fraunhofer Institut für Silikatforschung erklärt hier, warum es richtig ist, jetzt auf Recycling zu setzen.

Eine Studie des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung besagt, dass im Jahr 2035 die doppelte Produktionsmenge für viele Rohstoffe nötig sein wird, um den ständig steigenden Bedarf zu decken. Darunter einige Seltene Erden. Es wird Zeit, dass man in den rohstoffarmen Industrieländern dem Thema Recycling mehr Aufmerksamkeit – und Mittel – schenkt.

Bilder: © ebenart, Antoine2K – shutterstock.de, vencav – fotolia.de

Ähnliche Artikel

Hinterlassen Sie einen Kommentar
Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *