06. Oktober 2017

Nachhaltigkeit bei der Deutschen Post – weniger Emissionen, mehr Klimaschutz

Birgit Hensel leitet bei Deutsche Post DHL Group die Abteilung Shared Value und ist dort unter anderem für das konzernweite Umweltschutzprogramm GoGreen verantwortlich. Wir haben sie gebeten, in einem Gastbeitrag einmal über die umfangreichen Maßnahmen des Unternehmens für mehr Umweltschutz zu berichten.

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GoGreen – mehr als klimaneutraler Versand

Wenn Sie häufiger online bestellen, kennen Sie wahrscheinlich schon unsere klimaneutralen GoGreen-Versandservices. GoGreen ist aber auch der Name unseres konzernweiten Umweltschutzprogramms, in dem wir viele innovative Maßnahmen bündeln, um unsere CO2-Effizienz zu verbessern sowie Luftverschmutzung und Lärmbelastung zu verringern. Wir verfolgen dabei zwei strategische Ansätze: Wir versuchen, unseren Energie- und Kraftstoffverbrauch zu senken („Burn Less“) und setzen zudem auf alternative Antriebe und Energiequellen („Burn Clean“). Auf der Basis dieser Ansätze entwickeln wir Maßnahmen, mit denen wir alle Bereiche unseres Geschäfts nachhaltiger machen. Wir …

  • optimieren unsere Flotten und Netzwerke,
  • verbessern die Energieeffizienz unserer Gebäude, erforschen und entwickeln technische Innovationen, die unser Geschäft nachhaltiger machen, motivieren unsere Mitarbeiter, aktiv zu werden und nachhaltig zu arbeiten,
  • verpflichten auch unsere Subunternehmer auf verantwortungsbewusstes und nachhaltiges Handeln,
  • kompensieren mit unseren klimaneutralen Services Emissionen mithilfe internationaler Klimaschutzprojekte,
  • entwickeln grüne Logistiklösungen, mit denen unsere Kunden ihre Lieferketten nachhaltiger gestalten können.

Unsere Mission: Null Emissionen bis 2050

All diese Maßnahmen tragen zu unserem Klimaschutzziel bei, das wir uns 2017 gesetzt haben: die Mission 2050. Wir wollen bis 2050 alle logistikbezogenen Emissionen auf null reduzieren. Das Jahr 2050 scheint uns heute noch weit entfernt. Doch wenn wir bis dahin unser Ziel der Null-Emissionen-Logistik erreichen wollen, müssen wir bereits jetzt beginnen. Damit dies gelingt, haben wir uns zusätzlich vier Teilziele für 2025 gesetzt:

  • Global: Wir wollen unsere CO2-Effizienz um 50 % im Vergleich zum Basisjahr 2007 verbessern.
  • Lokal: Wir wollen die Lebensqualität in Städten erhöhen, indem wir unsere eigene Abholung und Zustellung zu 70 Prozent mit sauberen Abhol- und Zustellkonzepten durchführen, zum Beispiel mit dem Fahrrad oder Elektrofahrzeugen.
  • Wirtschaftlich: Wir wollen den Anteil unseres Umsatzes, der grüne Lösungen beinhaltet, auf über 50 % steigern und damit die Lieferketten unserer Kunden umweltfreundlicher machen.
  • Gesellschaftlich: Wir wollen 80 % unserer Mitarbeiter mit spezifischen Trainingsmaßnahmen zu GoGreen Experten zertifizieren und an unseren Umwelt‐ und Klimaschutzaktivitäten beteiligen. Gemeinsam mit Partnern werden wir zudem jährlich eine Million Bäume anpflanzen.

CO2-freie Zustellung: Der StreetScooter

Wie weit innovatives Denken führen kann, zeigt das Beispiel unseres selbstentwickelten Elektrofahrzeugs StreetScooter. Um die Luftqualität und die Lärmbelastung in den Städten zu verbessern, sind Elektrofahrzeuge das Mittel der Wahl in der Zustellung. Die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen macht den Einsatz von Fahrzeugen mit Elektro-Antrieben außerdem zu einer zukunftsweisenden Investition.

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Dabei wurden besonders Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit geprüft. In den Entwicklungsprozess des StreetScooter flossen außerdem auch die Erfahrungen der Zustellkräfte ein. Das Ergebnis, das inzwischen in der Serienproduktion ist, überzeugt in Sachen Nachhaltigkeit, Ergonomie und Sicherheit. Der StreetScooter ist für den Start-Stopp-Verkehr in der Zustellung optimiert, erlaubt schnelles Ein- und Aussteigen und bietet eine Reichweite von bis zu 167 Kilometer, genug für jede Zustelltour. Der StreetScooter wird in drei verschiedenen Größen gebaut und bietet zwischen vier und 20 Kubikmetern Ladekapazität. Dabei ist er immer emissionsfrei und flüsterleise unterwegs. Der Akku hat im Zustelleinsatz eine Lebensdauer von mindestens acht Jahren. Über unser Batteriemanagementsystem stellen wir sicher, dass eine lebensdaueroptimierte Aufladung und Nutzung der Akkus erfolgt. Und selbst nach dem Ende ihrer Lebensdauer sind die Batterien in der Regel nicht defekt, sie bieten lediglich nicht mehr genügend Kapazität für den mobilen Einsatz. Sie können dann aber immer noch als stationäre Speicher in Gebäuden eingesetzt werden, beispielsweise als Puffer für Solarenergie.

Aufgeladen wird der StreetScooter übrigens über Nacht – und zu 100 % mit Strom aus Ökostrom. Der von uns in Deutschland bezogene Strom stammt aus Wasserkraftanlagen in Slowenien und ist darüber hinaus nach TÜV Süd EE-Standard zertifiziert. Somit stellen wir sicher, dass wir mit unserem Strombezug den Aufbau neuer, zusätzlicher regenerativer Energiequellen aktiv fördern.

Heute sind deutschlandweit bereits etwa 4.000 StreetScooter für Deutsche Post DHL Group unterwegs. Und nicht nur wir sind von seinen Qualitäten begeistert: Inzwischen bieten wir den StreetScooter auch erfolgreich anderen Unternehmen und Kommunen zum Kauf an!

Grüne Lösungen – so profitieren auch die Kunden

Mit grünen Lösungen unterstützt Deutsche Post DHL Group Kunden dabei, ihre Lieferketten und damit ihr Geschäft nachhaltiger zu machen. Dabei bieten wir Standardprodukte ebenso an wie maßgeschneiderte, kundenspezifische Lösungen:

  • Unsere CO2-Berichte geben Kunden mehr Transparenz über ihre logistikbedingten Emissionen. Im Jahr 2016 wurden rund 4,4 Mio. Tonnen CO2 in CO2-Berichten ausgewiesen.
  • Mit dem klimaneutralen Versand werden unvermeidbare Emissionen durch zertifizierte Klimaschutzprojekte ausgeglichen. Im Jahr 2016 wurden fast zwei Milliarden klimaneutrale Sendungen verschickt, damit konnten wir für Kunden über 253.000 Tonnen Treibhausgasemissionen ausgleichen. Der Prozess wird jährlich von einer externen Prüfungsfirma verifiziert.
  • Mit der Grünen Optimierung identifizieren wir für unsere Kunden Möglichkeiten, wie sie Emissionen senken sowie Abfall und andere Umwelteinflüsse reduzieren können.

All diese Ideen und Maßnahmen tragen dazu bei, dass wir unser Ziel der Null-Emissionen-Logistik bis 2050 erreichen. Wir haben schon einmal gezeigt, dass wir es mit unseren langfristigen Zielen ernst meinen: Mit unserem ersten Klimaschutzziel von 2008 wollten wir unsere CO2-Effizienz bis 2020 um 30 % im Vergleich zum Basisjahr 2007 verbessern. Dieses Ziel haben wir erreicht – und zwar schon 2016, also vier Jahre früher als geplant.

 

Zum Weiterlesen:

Wie die Aktionsfelder von GoGreen im Detail aussehen

Was der Vorstandsvorsitzende Frank Appel über die Mission 2050 sagt

Wie die CO2-freie Zustellung mit dem StreetScooter funktioniert

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