13. Januar 2015 – Kommentare (1)

5 Tipps für den Kauf von umweltfreundlichen Elektrogeräten.

Woran erkennt man eigentlich, ob ein Gerät umweltfreundlich ist? Worauf kann man beim Kauf achten?

Auf den ersten Blick sehen viele Elektrogeräte gleich aus. Man weiß nicht, ob es nachhaltige Produkte sind, was in ihnen steckt und ob der Hersteller überhaupt an die Umwelt denkt. Doch es gibt ein paar Dinge, auf die man achten kann. Hier unsere 5 Tipps.

1. Reparaturfreundlichkeit

Für ein schickes Design wird oft auf Schrauben verzichtet, das Gerät ist stattdessen fest verklebt. In der Folge lässt es sich kaum öffnen ohne, dass es beschädigt wird. Eine Reparatur wird so unmöglich. Häufig lässt sich nicht einmal der Akku entfernen, z.B. bei elektrischen Zahnbürsten. Nachhaltige Produkte sehen anders aus. Hat man ein solches Elektrogerät erwischt und es ist defekt, besteht manchmal dennoch Hoffnung. Findige Nutzer haben Mittel und Wege gefunden, sie trotzdem zu reparieren. Ein Blick bei ifixit.com kann helfen. Grundsätzlich gilt jedoch: Je mehr und je einfacher sich etwas an dem Gerät austauschen lässt, desto länger kann seine Lebensdauer sein – und die ist immer noch die beste Umweltschonung. Bei Handys zeigen Konzepte wie z.B. das Fairphone oder Phonebloks, wie’s geht.

2. Gewährleistung und Garantie

Die gesetzliche Gewährleistungspflicht für Elektrogeräte beträgt in der Regel 24 Monate. Innerhalb dieser Frist können Sie ein defektes Gerät zum Tausch oder einer Reparatur zurückgeben. Die Sache hat allerdings ein paar Haken. Denn erstens müssen Sie nach 6 Monaten nachweisen, dass der Mangel wirklich am Gerät liegt und nicht etwa an unsachgemäßer Benutzung. Und zweitens verweist sie so mancher Händler damit direkt an den Hersteller. Deshalb unser Tipp: Informieren Sie sich vorher, ob ihr Händler das Gerät im Fall des Falles zurücknimmt. Wenn nicht, fragen Sie nach. Wie servicefreundlich ist der Hersteller? Welche Erfahrungen haben andere bei Reparaturen mit diesem Hersteller gemacht? Muss das Gerät ins Ausland eingeschickt werden? Wer diese Dinge vor dem Kauf erfragt, erspart sich später unter Umständen viel Ärger und dass er das Elektrogerät nach kurzer Benutzungszeit zum Recycling bringen muss („Reparaturen führen wir nicht durch. Das lohnt sich nicht …“) Kurzlebige Produkte sind eben keine nachhaltigen Produkte. Die 24-monatige Gewährleistungsfrist ist übrigens nicht das selbe wie eine Garantie. „Garantie“ beschreibt eine zusätzliche freiwillige Leistung des Herstellers. Auch hier lohnt die Recherche der Details VOR dem Kauf.

3. Zertifikate und Labels

Noch gibt es kein einheitliches Label, an dem man nachhaltige Produkte im Elektrobereich einfach und vergleichbar erkennen könnte. Einzelne Auszeichnungen haben aber dennoch eine Bedeutung.

Der Blaue Engel ist das älteste Umweltschutzlabel der Welt und schon über 30 Jahre alt. Seine Kriterien sind streng. Bislang sind nur wenige Elektrogeräte mit dem Blauen Engel ausgezeichnet, aber es gibt sie.

Mit dem schwedischen TCO Label sind derzeit über 3.500 Elektrogeräte ausgezeichnet. Die Vergabe richtet sich nach strengen Kriterien im Sinne der Nachhaltigkeit. Geräte mit diesem Zeichen sind nicht nur umweltschonender als andere, auch ergonomisches Design und die Gesamtqualität werden mitbewertet.

Das amerikanische EPEAT-Label gilt speziell für Computer, Bildschirme und Laptops. Hersteller, die ein Goldlabel anstreben, müssen 75% der strengen Kriterien erfüllen.

Kritisch zu sehen sind andere Label wie z.B. der Energy Star. Seine Anforderungen sind eher gering, eine Überprüfung der Verwendung erfolgt nicht. Auch die herstellereigenen Labels haben nur bedingt Aussagekraft, in der Regel fehlt eine unabhängige Bewertung.

4. Stromverbrauch

Ein einfaches Kriterium, das Geräte zumindest an dieser Stelle vergleichbar macht. Erfreulicherweise wird in den letzten Jahren immer häufiger auf den Stromverbrauch geachtet. Energieeffizienzklassen, bekannt z.B. von Glühbirnen und Waschmaschinen, helfen bei großen Geräten bei der Orientierung. Doch auch bei kleinen Elektrogeräten lohnt es sich, genauer hinzusehen. Wie lange hält eine Akkuladung? Wie lange muss das Gerät aufgeladen werden? Hier helfen unabhängige Erfahrungen von Nutzern in Foren und Online-Shops – Herstellerangaben sind oftmals idealisiert.

5. Testergebnisse

Längst ist es nicht mehr nur Ökotest, das Umweltaspekte in seine Testergebnisse mit einbezieht. Auch andere Tests von Elektronik, wie z.B. solche von der Stiftung Warentest oder dem Konsument berichten über die Umweltfreundlichkeit der Geräte. Zusätzlich kann ein Blick in die Tests der Fachmagazine für Computer oder Unterhaltungselektronik lohnen – nicht nur für den Leistungsvergleich, sondern um gezielt etwas über Umwelttauglichkeit zu erfahren.

 

 

Titelbild © Klava – depositphotos.com

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Kommentare (1)

Einige der wichtigsten Tipps auf einen Blick, dass finde ich gut. Es ist wirklich wichtig sich Geräte zu besorgen, die auch gewisse Standards halten können und wirklich umweltfreundlich sind. Der Endverbraucher hat es heutzutage wirklich schwer , bei diesen vielen Gütezeichen. Da ist schon wichtig, die besten zu kennen, um überhaupt noch eine gewisse Orientierung zu haben.

Viele Grüße

Michael Büchler

Themen-der-gesundheit
14:57 Uhr am 20. Januar 2015

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