7. Dezember 2016 – Kommentare (2)

Nachhaltige Geschenke kaufen – 8 Tipps

Nachhaltige Geschenke wie zum Beispiel dieser Spielzeugroboter

1. Spielspaß überdenken

Hier fängt Nachhaltigkeit an – ist die Funktion des Geräts eher ein Gag (gute Beispiele dafür haben wir gerade in unserem Beitrag über High Tech Tassen zusammengetragen) oder hat man wirklich lange etwas davon? Es gibt Plüschtiere, die auf Knopfdruck nichts anderes tun, als ein Geräusch zu machen und den Kopf zu drehen. Das wird ein Kind kaum länger als ein paar Minuten begeistern. Nachhaltige Geschenke sehen anders aus. Es ist immer wichtig, sich den genauen Funktionsumfang des Geräts anzusehen, häufig hält gerade elektronisches Spielzeug nicht das, was die Packung verspricht. Das Auto, das auf dem Bild tolle Loopings macht, kann in Wahrheit vielleicht nur gerade aus fahren. Genau hinsehen! Auch sollte man prüfen, ob es sich beim Produkt eher um ein „Einsteigerset“ handelt, man also Folgeprodukte erwerben muss, damit man es länger nutzen kann. Hier muss man nachdenken, ob man sich überhaupt lange an das Produkt binden und immer wieder Geld investieren will.

2. Bewertungen lesen

Vielleicht kaufen Sie nicht gern im Internet. Die Vorteile von Online-Shops sollten Sie dennoch nutzen. Denn hier wird oft schonungslos berichtet, wenn Geräte entscheidende Schwachstellen haben oder nicht richtig funktionieren. Auch Bewertungsportale können helfen. Die Erfahrungen von anderen ersparen Ihnen Frust und dem Beschenkten die baldige Entsorgung von Elektroschrott.

3. Garantie checken

Steht die Adresse des Herstellers auf dem Etikett oder der Verpackung, an den man sich im Zweifelsfall wenden könnte? Gesetzlich steht Ihnen eine Gewährleistung von 24 Monaten zu. Doch das kann schwierig werden, wenn man keinen Hersteller greifen kann. Handelt es sich um einen renommierten Markenhersteller, den sie gegebenenfalls auch über die Sozialen Netzwerke erreichen könnten, falls sie ein Problem mit dem Gerät haben? Fragen Sie den Verkäufer im Geschäft: Kann ich es zurückbringen, wenn es ein Problem gibt? Wie lange? Sichern Sie sich ab, damit sie wirklich nachhaltige Geschenke mit nach Hause nehmen.

4. Materialien prüfen

Aus welchen Materialien ist das Gerät? Viele Haushaltsgeräte haben einen Metall-Look, sind jedoch aus Plastik. Bedenken Sie, dass Kunststoff anfälliger ist, kaputt zu gehen. Mit seiner Initiative Murks? Nein Danke! zeigte Stefan Schridde etliche Beispiele, in denen auch im Inneren von Geräten Plastikteile eingesetzt werden statt Metall, etwa bei Zahnrädern o.ä. Das verkürzt die Lebensdauer erheblich. Werfen Sie einen Blick in Smoothie-Mixer und Küchenmaschinen, so tief wie möglich. Sind die Teile metallisch und massiv? Oder eher weich und aus Kunststoff? Wie klingt das Gerät? Hier bekommen Sie Aufschluss über die Bauweise und Solidität.

5. Reparaturfähigkeit erkennen

Akkus oder Batterien sollten austauschbar sein. Bei kleinen, günstigen Geräten oder Spielsachen ist zusätzlich zu prüfen, ob es sich um besonders exotische Knopfzellen handelt. Häufig sind dann die Batterien teurer als das ganze Gerät und schwer zu beschaffen. Kann das Gerät geöffnet werden, hat es sichtbare Schrauben? Oder ist das Gehäuse aus geklebtem Kunststoff? Ersteres ist unbedingt vorzuziehen.

6. Vielseitigkeit checken

Für manche elektronische Hardware gibt es nur wenig oder gar keine Software. Unter Umständen muss man bei einem kleinen Lerncomputer mit dem Funktionsumfang leben, den das Gerät selbst mitbringt. Eine Hardware, die sich dagegen immer wieder neu „bestücken“ lässt, wächst praktisch mit dem Kind mit und wird nicht gleich ausgemustert. Je vielseitiger das Gerät ist, je offener für Software anderer Hersteller, desto besser. Übrigens gilt das auch umgekehrt – beim Kauf von Software ist es gut, darauf zu achten, dass sie möglichst neu und kompatibel ist. Bei der Kurzlebigkeit heutiger Hardware könnte sonst auch das Programm gleich mit nutzlos werden. Aber das ist dann wenigstens kein ganz so großes Müllproblem.

7. Nicht vom Preis blenden lassen

Gelegentlich gibt es günstige Ausführungen eines Markenprodukts, die angeblich genau so funktionieren. Doch stimmt das wirklich? Hier kann Punkt 2 helfen. Häufig sind die günstigeren Varianten auch günstiger produziert und so weniger funktional und langlebig. Manchmal hilft die Besinnung auf den alten Spruch: „Um billig zu kaufen haben wir nicht genug Geld.“

8. Auf Altersangaben achten

Wie lange hat das Kind wirklich etwas von dem betreffenden Spielzeug? Nachhaltige Geschenke lassen sich für ältere Kinder ergänzen, ohne dass man wieder eine ganz neue Ausführung kaufen muss. Am einfachsten ist es, wenn der Schwierigkeitsgrad eines Spiels unkompliziert erweitert werden kann z.B. vom Bilderspiel zum Lesespiel, vom Lesespiel in deutscher Sprache zur Variante in Englisch etc.

Titelbild © complize – photocase.de

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Kommentare (2)

Manchmal ist es schön, auch ein schickes gebrauchtes Elektrogerät zu verschenken. Einen Ipod hat heute jeder. Nach spätestens 2 Jahren ist er wieder überholt und ein neuer muss her. Wie wäre es mal mit einem alten Walkman? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass dieser auch nach 20 Jahren noch läuft und einige Modelle auch sehr schick sind. Vor allen die ersten Geräte haben Kult-Faktor. Es muss nicht immer das neueste sein, was schick ist. Vielleicht habt ihr auch noch einen im Keller liegen? Viel zu schade zum wegwerfen!

M. Krämer
11:03 Uhr am 23. März 2016

Wichtig ist nicht nur Nachhaltig zu kaufen sondern auch Nachhaltig zu Produzieren, das ist heute schon längst nicht mehr der Fall.

Lorens
0:35 Uhr am 26. Mai 2016

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