11. April 2014 – Kommentare (2)

Was ist drin? Teil 4: Kobalt

Viele unserer kleinen und großen Elektrogeräte arbeiten heute mit wieder aufladbaren Akkus, in der Regel Lithium-Ionen-Akkus. Damit sie funktionieren können, sind einige Elemente essentiell von Nöten. Zu ihnen gehört Kobalt, ein ziemlich spannendes Metall.

Geschichte

Die Entdeckung des Kobalts wird dem schwedischen Chemiker Georg Brandt zugeschrieben. Zumindest gab er dem Element 1735 seinen Namen. Der allerdings basiert auf einer länger zurückliegenden Geschichte. Eigentlich hielt man das silbrig glänzende Gestein nämlich für ein ursprünglich silberhaltiges Material, das durch Kobolde verhext worden ist. Berggeister, so glaubte man, hätten Wertvolles durch Wertloses ersetzt und so einen Koboldstein geschaffen. (Lat. „Cobaltum“ = Kobold). Es gilt jedoch als erwiesen, dass Kobalt bereits von Ägyptern, Griechen und Römern genutzt wurde – mit der blauen Farbe des Metalls ließen sich Vasen und Gläser „kobaltblau“ einfärben. Unter welchem Namen Kobalt damals bekannt war, hat man bis heute nicht herausgefunden.

Vorkommen und Gewinnung

Kobalt Recycling: Diese blauen Flaschen enthalten Kobalt

Bedeutung

Kobalt findet häufig als Legierungselement Verwendung, zum Beispiel in der Medizin- oder der Werkzeugtechnik. Noch immer spielt es bei der Herstellung von hitzefesten Farben und Pigmenten eine Rolle, beinahe so, wie es uns bereits die alten Ägypter gezeigt haben. Durch seine magnetischen Eigenschaften wurde Kobalt für Ton und Videokassetten eingesetzt, entsprechend der technischen Entwicklung geht seine Bedeutung hier zurück. Ganz anders allerdings sieht es bei der Verwendung in Akkus aus: Die Innovationsgeschwindigkeit bei elektronischen Geräten hat die Nachfrage nach Kobalt sehr befeuert – denn ohne Kobalt keine Akkus. Noch. Langfristig wird in der Forschung versucht, die vergleichsweise teuren Metalle wie Kobalt und Nickel zu ersetzen. Bislang allerdings werden sie gebraucht. Man muss nur an den wachsenden Bereich Elektromobilität denken, um sich vor Augen zu führen, welche Nachfrage auf das Metall weiter zukommen wird. Bereits heute werden in der EU 50% des geförderten Kobalts für Akkus eingesetzt. Aufgrund seiner Bedeutung für die Industrie und entscheidende Zukunftstechnologien zählt Kobalt zu den sogenannten „Strategischen Metallen“.

Problematik

Kobalt Recycling: kobalthaltiges Mineral

In größeren Mengen ist es jedoch toxisch, das Einatmen des Kobaltstaubs verursacht Lungenschäden, in der Nähe der Minen sind die Felder oft verseucht, Menschen leiden an Magen- und Darm, aber auch Krebserkrankungen. Noch immer sind die Probleme rund um den Kobalt-Abbau relevant, aber die Diskussionen in Medien und Politik sorgen vermehrt für Aufmerksamkeit und kleine Schritte in Richtung Lösung.

Recycling

Kobalt lässt sich durch thermische und chemische Verfahren gut recyceln und ohne Verluste wieder verwenden. Gerade im Hinblick auf die oben beschriebenen Probleme ist es verantwortlich und sinnvoll, das Metall wieder in den Kreislauf zurückzugeben, wenn das entsprechende Gerät nicht mehr gebraucht wird.

Gibt es bei Ihnen zuhause auch noch ein unentdecktes Kobaltvorkommen? Vielleicht in einem Handy oder einem anderen kleinen Elektrogerät? Dann laden Sie doch einfach eine kostenlose Versandmarke herunter und schicken Sie es in einem Umschlag zum Recycling. Dankeschön!

 

Fotos: © bluecrayola – shutterstock.com, © MarcelClemens – shutterstock.com

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Kommentare (2)

Gibt es irgendwo eine Liste in welchen Geräten/Akkus über all Kobalt enthalten ist? Oder kann man davon ausgehen, dass es prinzipiell erst mal überall zu finden ist?

Bastian Ebert
9:10 Uhr am 28. April 2014

Hallo Herr Ebert, Sie können davon ausgehen, dass Kobalt derzeit noch überall drin ist. Das ist zumindest unser Informationsstand.
Viele Grüße!

Heidi Schmitt
15:41 Uhr am 29. April 2014

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