28. Oktober 2016 – Kommentare (3)

Den Handy-Akku richtig laden – für mehr Akkulaufzeit.

Der Akku ist der Dreh- und Angelpunkt unserer Handys – fängt er an zu schwächeln, werden wir nervös. Wer auf einer Reise sein Akku-Ladegerät zuhause vergessen hat, wünscht sich sehnlichst, die Akkulaufzeit verlängern zu können. Dennoch machen sich die meisten Handybesitzer wenig Gedanken darüber, ob sie den Akku richtig laden und ob man den Akku schonen kann. Doch tatsächlich kann man einiges tun, um das kleine Kraftwerk in unseren Handys richtig zu behandeln. Mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass man mit der Akkulaufzeit auch die Lebensdauer seines Handys verlängert – ganz im Sinne des eigenen Geldbeutels und der Umwelt.

Handy-Akku richtig laden – keine Geheimwissenschaft

Über die optimale Behandlung von Akkus kursieren viele Gerüchte. Doch manches, was als richtig verbreitet wird, ist veraltet – früher verwendete NIMH Akkus reagieren deutlich anders als moderne Lithium Ionen Akkus. Bei letzteren ist so gut wie kein Memory-Effekt messbar. Das bedeutet: Es ist kein Problem, das Handy wieder aufzuladen, wenn es noch nicht vollständig entladen ist. Der Akku „merkt“ sich die benötigte Kapazität nicht und wird nach dem Laden wieder die vorgesehene Strommenge anbieten. Im Gegenteil: Heute gilt, dass häufige Teilentladungen die Akku-Lebensdauer sogar verlängern. Den Handy-Akku entladen, bevor man das Smartphone wieder auflädt, ist also nicht nötig. Bei älteren Handys wäre es dadurch sogar möglich, die Ladekapazität ungünstig zu beeinflussen. Teilentladungen verträgt der Akku demnach gut, etwa 800 bis 1.000 Ladezyklen sind ein ungefährer Gradmesser für eine übliche Akku-Lebensdauer mit voller Leistungsfähigkeit. Übrigens: Handy-Akkus mögen es nicht gern, wenn sie nach dem Ladevorgang noch lange am Ladegerät hängen. Das kann die Lebensdauer des Akkus verkürzen.

So geht Handy-Akku laden bei alten und neuen Handys.

Handy Akku richtig laden

Was aber ist mit frisch erstandenen Smartphones? Wie muss man einen jungfräulichen Handy-Akku laden? Muss man hier mindestens 24 Stunden aufladen und dann mehrmals wieder vollständig entladen, damit der Akku seine volle Kapazität erreicht? Ausdrücklich nein! Wie oben erwähnt, tut man damit dem Akku nichts Gutes. Was die Länge des ersten Aufladens betrifft, so sollte man sich einfach an die Empfehlung des Herstellers halten.

Kurz gefasst das Wichtigste zum Akku laden:

  • Teilladungen schaden dem Handy-Akku nicht
  • Akku möglichst nicht vollständig entladen
  • Handy-Akku nicht unnötig lange am Ladegerät lassen
  • Bei Lagerung unbenutzter Geräte: regelmäßig nachladen
  • Bei neu gekauften Handys: einmal aufladen und loslegen

Akku schonen leicht gemacht – Akkulaufzeit verlängern ist möglich.

Wer sein Handy intensiv nutzt, möchte, dass es möglichst wenig Strom verbraucht. Grundsätzlich ist es erst einmal gut zu wissen, was besonders akkubelastende Nutzungen und Funktionen sind:

  • Auto oder Zugfahrten (Funk- und Internetdaten senden wird durch ständige Netzsuche und die Karosserie erschwert)
  • Schlechter Empfang generell (z.B. wenn das Handy in einer dicken Tasche steckt)
  • Suche nach Netzen im modernen LTE-Standard
  • Häufiges komplettes Aus- und Anschalten
  • Bluetooth, WLAN-Suche, GPS
  • Navigations-Apps oder z.B. Fitness-Apps oder Spiele wie Pokemon Go
  • Apps, die nach ihrer Benutzung nicht wieder geschlossen werden
  • Apps mit viel Werbung
  • Autonom im Hintergrund operierende Apps (bei Android Handys)
  • Lange und hell leuchtendes Display
  • Häufig eingeschaltetes Display
  • Mobile Daten (Internet)
  • Nutzung bei Kälte
Handy Akku richtig laden

So lässt sich das schnelle Handy-Akku entladen deutlich ausbremsen und die Akkulaufzeit verlängern. Die Optionen sind jedoch bei Android und iOS unterschiedlich. Hier die jeweils wichtigsten Besonderheiten im Überblick. Die Hinweise für die Einstellungen beziehen sich auf die jeweils neueste Version des Betriebssystems (iOS 10 und Android 7), oft sind die Funktionen auch in älteren Versionen vorhanden, liegen aber im Menü unter Umständen an anderer Stelle.

Akku schonen mit Android – so geht’s.

1. Energiesparmodus einschalten

Unter >Einstellungen >Akku lässt sich ein Energiesparmodus aktivieren. Eine Option, die man aber nicht dauerhaft nutzen sollte, da sich die Performance vieler Apps deutlich verlangsamt. Trotzdem: Wenn kein Ladegerät zur Hand ist, ist der Modus eine große Hilfe.

2. Standortmodus ändern

3. Hintergrundaktualisierungen abschalten

Via >Einstellungen >Konten kann man „Daten automatisch aktualisieren“ an- oder abschalten. Zusätzlich lässt sich hier jede einzelne App überprüfen, die sich laufend synchronisiert. Einfach auswählen und das Häkchen bei „Kontakte synchronisieren“ entfernen.

4. Display-Timeout verändern

Unter >Einstellungen >Anzeige lässt sich die Zeitspanne verkürzen, in der das Display nach der Benutzung noch aktiv ist. Eine Kleinigkeit, die viel bringt – ebenso wie die Verringerung der Display-Helligkeit im Schieberegler der Schnelleinstellungen.

5. Animationsgröße verringern

Kurz gesagt: Alle optischen Effekte, die schick sind, verbrauchen viel Strom. Durch die Reduzierung der Animationen kann man die Akkulaufzeit verlängern. Bei Android funktioniert das über die Entwickleroptionen (Einstellungen). Reduziert man hier auf „Animationsgröße 0,5x“, wird Strom gespart.

6. Widgets entfernen

Nicht für jeden sind die Standardwidgets der Hersteller wirklich nützlich. Doch auch unbenutzt aktualisieren sie sich und zehren so vom Akku. Einfach nicht benötigte Widgets lange antippen und auf den Papierkorb ziehen.

7. Batterienutzung checken

Das funktioniert via >Einstellungen >Akku. Hier sieht man, welche App wie viel Strom verbraucht. Unter „App Info“ lässt sich auch gleich der Cache der App leeren, was helfen kann. Steht hier eine App weit oben, die Sie gar nicht besonders häufig verwendet haben, spricht das für eine „Batteriefresser-App“. Als solche bekannt ist z.B. die Facebook-App. Hier kann es sich unter Umständen lohnen, Facebook über den Browser zu benutzen.

Tipps für das Akku schonen mit iOS

1. Stromsparmodus einschalten

Seit iOS 9 kann man unter >Einstellungen >Batterie >Stromsparmodus festlegen, dass das iPhone weniger Strom verbraucht. Aber das sollte eher eine Notfall-Lösung sein.

2. Ortungsdienste ausschalten

Wer es sich einfach machen will, kann die Ortungsdienste ganz ausschalten. Sie verwenden den Standort über GPS-Ortung. (>Einstellungen >Datenschutz >Ortungsdienste) Allerdings funktionieren dann viele Apps nicht mehr, wie sie sollen – vom Taxiruf über Fahrpläne, Karten oder das Wetter – der Standort ist wichtig. Am besten, Sie schalten in diesem Menü je App die Ortungen aus, die Sie gerade (oder nie) brauchen.

3. Hintergrundaktualisierung ausschalten

Hier gilt das gleiche wie für die Ortungsdienste. Schalten Sie es gezielt aus, wenn Sie es nicht wichtig finden, dass Apps sich laufend aktualisieren (>Einstellungen >Allgemein  >Hintergrundaktualisierung). Im Stromsparmodus ist diese Option bereits automatisch abgeschaltet.

4. Siri ausschalten
Seit dem iPhone 6 wartet Siri ununterbrochen auf ihren Einsatz, genauer, darauf, ob sie jemand über den Ruf „Hey Siri“ sprechen will. Das kostet ordentlich Strom. Die Funktion lässt sich abschalten (>Einstellungen >Siri) Auch so lässt sich die Akkulaufzeit verlängern, ohne dass man echte Nachteile in Kauf nehmen muss.

5. Display manuell abschalten

Das Display Abschalten lässt sich über die Automatische Sperre regeln (>Einstellungen >Anzeige & Helligkeit >Automatische Sperre). Zusätzlich kann man einfach das Display konsequent über den Home-Button abschalten, wenn man weiß, dass man das Handy jetzt weglegen wird. Bei iPhone 6/6s lohnt es sich, hier die Einstellung „Bei Anheben aktivieren“ auszuschalten, die automatisch Benachrichtigungen aktiviert.

6. Nicht stören Modus verwenden

Durch die Wischfunktion von unten nach oben wird das Mondsymbol sichtbar, mit dem man „Nicht stören“ aktivieren kann. So lassen sich z.B. Push-Nachrichten vermeiden. Über >Einstellungen >Nicht stören lässt sich die Funktion konfigurieren

7. Batterienutzung checken

Über >Einstellungen >Batterie kann man sehen, welche Apps in den letzten 7 Tagen, wie viel Prozent der Batterie verbraucht haben. Bei einem Fingertip auf die jeweilige App erscheint auch, wie lange die App im Vordergrund oder im Hintergrund aktiv war. Für „Batteriefresser-Apps“ lohnt es sich, Alternativen anzusteuern, z.B. Facebook über den Browser zu benutzen, statt mit der App.

Häufig lässt sich ein Akku im Gerät nicht ohne weiteres austauschen – es lohnt sich also, ihn zu pflegen, um die Lebensdauer des Smartphones insgesamt zu verlängern. Sollte dann seine Zeit gekommen sein, immer dran denken: Alte Geräte sollten nicht in der Schublade verschwinden, weil ihre wertvollen Rohstoffe wieder genutzt werden können. Mit ELECTRORETURN können Sie alte Handys besonders bequem dem Recycling zuführen: Einfach die kostenlose Versandmarke herunterladen, auf einen Umschlag kleben und ab damit in den Briefkasten!

Bilder © Antonio Guillem – shutterstock.de, mediaphotos – istockphoto.de

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Kommentare (3)

gute informationen, vielen danke!

selena
21:37 Uhr am 18. März 2017

Vielen Dank für die hilfreichen Hinweise.

Guido
22:55 Uhr am 4. Juni 2017

Wirklich gute Tipps! Danke! Gerade bei der Kälte jetzt ist die Akku Laufzeit meines Handys schon lächerlich kurz. Ich kann kaum etwas bei Kälte machen und habe auch noch keinen Ausweg gefunden, als das Handy ganz nah an meinem Körper zu tragen und mit meiner Körperwärme anzuheizen.
Siri sollte man wirklich ausschalten. Ich nutze sie nie. Aber ich nutze den Flugmodus auch kaum - was immens Strom spart, wenn man bspw kein Netz hat und das Handy sich dauernd verbinden will. Das zieht ohne Ende Strom.

LG

Noah
10:40 Uhr am 27. November 2017

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