30. April 2014 – Kommentare (2)

Elektroschrott entsorgen mit der Deutschen Post – warum eigentlich?

Immer wieder werden wir gefragt, wie denn die Deutsche Post auf die Idee kommen konnte, einen Service für Elektroschrott-Recycling anzubieten. Auf den ersten Blick wirkt es für manche, als würde die Deutsche Post plötzlich Blumensträuße binden oder etwas anderes „Artfremdes“ tun. Dabei ist der Zusammenhang im Grunde sehr zwingend. Über 100 Millionen Handys liegen derzeit in Deutschland in den Schubladen, hinzu kommen ungezählte andere Elektrokleingeräte und Zubehörteile wie Kabel. Wertvolle Rohstoffe bleiben ungenutzt.

Der Grund dafür ist nicht unbedingt die Anhänglichkeit der Benutzer. Es liegt daran, dass die Angebote, kleinen Elektroschrott zu entsorgen, noch nicht flächendeckend sind. Die Kommunen nehmen Elektrokleingeräte in den Wertstoffhöfen an, auch der Handel soll sie künftig zurücknehmen. Für die Verbraucher bedeutet das in jedem Fall aber: Sie müssen einen Weg zurücklegen. Bei Mikrowellen oder Kühlschränken scheint die Mühe im rechten Verhältnis zu stehen. Sich allerdings wegen einer Handvoll Kabel und eines mp3-Players ins Auto zu setzen, um zu einem Wertstoffhof zu fahren, ist weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll.

ELECTRORETURN – bestehende Wege umweltfreundlich nutzen.

Gabelstapler mit Handy

Die Post wird ausgeliefert, mit oder ohne alte Handys in Umschlägen. Das bedeutet, dass jeglicher Elektroschrott, der in einen Umschlag passt, der nicht höher ist als 5 cm (Maxibrief-Format) via ELECTRORETURN umweltfreundlich dem Recycling zugeführt werden kann. Wir nutzen dafür einfach bereits vorhandene Logistikwege.

Und weil wir gerade dabei sind, Fragen zu beantworten, hier gleich noch ein paar, die uns zum Recycling und Elektroschrott entsorgen immer wieder erreichen.

Woher weiß ich, dass meine Elektrokleingeräte auch wirklich beim Recycling landen und nicht etwa nach Afrika weiterverkauft werden?

Partner der Deutschen Post bei ELECTRORETURN ist die ALBA Group. Deren Tochter ALBA Electronics Recycling GmbH, die auf Elektroschrott entsorgen und Recycling spezialisiert ist, hat ihren Sitz in der Pfalz. Auf der kostenlosen Versandmarke, die Sie für den Versand herunterladen können, sehen Sie die Adresse. In unserem Blogpost zum Elektroschrott-Recycling mit ALBA können Sie genau nachvollziehen, wie es dort aussieht und was mit Ihren Geräten vor Ort geschieht. Sie können sehr sicher sein, dass die Geräte von dort NICHT in den Weiterverkauf gehen.

Was kann ich denn außer alten Handys alles mit ELECTRORETURN entsorgen?

Im Grunde alle kleinen alten Elektrogeräte, die in einen Maxibrief passen. Außerdem Zubehör wie Kabel, Kopfhörer oder Ladegeräte. Auch Druckerpatronen entsorgen ist möglich. In unserem Blogpost zum Thema Welchen Elektroschrott kann ich mit ELECTRORETURN entsorgen haben wir zu Ihrer Inspiration viele Dinge aufgelistet.

Gehen auch alte CDs und DVDs? Und was ist mit Batterien und Akkus?

Nein, alte CDs und DVDs sind leider nicht zugelassen, der Prozess zur Aufbereitung (Trennung der verschiedenen Schichten der Scheiben) ist ein anderer als bei Elektrogeräten. Batterien gehören ebenfalls nicht zum Leistungsumfang von ELECTRORETURN. Die Gefahr, dass sie beim Transport auslaufen und Briefe mit Säure verunreinigen, ist zu groß.

Handys sind doch wertvoll. Warum bezahlt die Deutsche Post ELECTRORETURN-Nutzern kein Geld?

ELECTRORETURN wird oft mit anderen Anbietern verglichen, die für alte Handys vermeintlich noch „fette Preise“ zahlen. Wie seriös diese Anbieter sind und wo die Handys am Ende landen, lässt sich meist nicht nachvollziehen. Eines muss man immer bedenken: Wer hier zahlt, holt sich das Geld an anderer Stelle wieder. Obendrein wird selektiert: „wertlose“ alte Handys bringen den Ankäufern nichts, ein iPhone 4 kann noch etwas einbringen. Mit Recycling hat das nicht viel zu tun. Alte elektrische Zahnbürsten und Rasierer, die viel Plastik und vergleichsweise weniger Wertstoffe enthalten, sind für solche Anbieter nicht interessant. ELECTRORETURN aber selektiert nicht, es geht nicht darum, nur die „besten“ Geräte anzunehmen. Jeder Kleinelektroschrott ist willkommen. In unserem Blogpost Was ist ein altes Handy wert? haben wir ausführlich berichtet, auf welchen Werten ELECRORETURN basiert.

Und wie funktioniert ELECTRORETURN jetzt genau?

Eigentlich sehr einfach und bequem. Auf unserer Anleitung beim kostenlosen Versandlabel ist genau erklärt, was zu tun ist. In Kurzform: Maxibrief zur Hand nehmen, Versandmarke herunterladen, ausdrucken,  ausschneiden und aufkleben, Elektroschrott in den Umschlag stecken und ab die Post!

Bild: Hans Günther Roos

Kommentare (2)

Gemäß dem ElektroG sind nach meiner Kenntnis ausschließlich öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger, Hersteller und Vertreiber berechtigt, Altgeräte zu erfassen. Wie ergibt sich die Erfassungsberechtigung der Deutschen Post?

WissMi
17:21 Uhr am 12. Juni 2014

Hallo zurück,
das ElektroG gestattet die Ausgestaltung individueller Rücknahmesysteme durch Hersteller und Vertreiber. Das Angebot auf der Webseite ELECTRORETURN, welches sich direkt an den Endverbraucher richtet, bewegt sich genau in diesem rechtlichen Rahmen.

Heidi Schmitt
11:22 Uhr am 16. Juni 2014

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