25. Juli 2016 – Kommentare (2)

E-Reader oder Buch – was ist umweltfreundlicher?

Frau hält einen eReader und Bücher

Doch immer häufiger werben Anbieter von E-Readern auch mit der Umweltbilanz. Es heißt, das elektronische Buch sei umweltfreundlicher als das gute alte Papierbuch. Doch kann das wirklich sein? Schließlich verbraucht ein Buch aus Papier keinen Strom, weder Kunststoffe noch wertvolle Metalle sind zu seiner Herstellung nötig. Wie die nachfolgende augenzwinkernde Beschreibung zeigt, scheint das Buch aus Papier dem E-Book überlegen zu sein.

Buch mit modernen Eigenschaften

Das Buch: Wenig umweltfreundlich durch die Rodung von Bäumen

Die meisten Bücher sind noch immer aus Frischfaserpapier hergestellt. Nun sind Bäume ja nachwachsende Rohstoffe, aber die großen Mengen, die zur Papierherstellung benötigt werden, lassen sich natürlich nicht blitzschnell ersetzen. Das bringt das CO2-Gleichgewicht ins Wanken. Das Umweltinstitut München hat errechnet, dass für eine Million Bücher mit 250 Seiten 12.000 Bäume gefällt werden müssen. Zur Einordnung: Jedes Jahr erscheinen in Deutschland etwa 100.000 Bücher neu. Bei einer angenommenen durchschnittlichen Auflage von 5.000 Stück liegen wir bei 60.000 gefällten Bäumen jährlich nur für die Erstauflagen der Neuerscheinungen in Deutschland. Das ist ein Wort. Jedes Buch verbraucht bei seiner Herstellung 9 Liter Wasser, man veranschlagt 1,1 kg CO2-Bilanz pro Buch. Aber es gibt auch Fakten, die für das gedruckte Buch sprechen: Es lässt sich problemlos recyceln, hat eine lange Lebensdauer und man kann es auch gebraucht gut weiter verwenden.

Der E-Reader: Die Herstellung trübt die CO2-Bilanz.

Oft denkt man beim E-Reader an den Stromverbrauch, wenn es um die Umweltbilanz geht, doch der spielt kaum eine Rolle, insbesondere bei einem Gerät ohne Farbdisplay. Viel kritischer für die Umwelt sind die Herstellung und die damit verbundene Logistik. Das Gehäuse ist aus Kunststoff, für die Elektronik werden Metalle wie Tantal benötigt, deren Abbau oft nicht nur aus Umweltsicht, sondern auch ethisch fragwürdig sind. Das gleiche gilt für die Umstände, in denen die Geräte gefertigt werden, etwa in China. Das Ökoinstitut Freiburg veranschlagt 8 kg CO2 für die Herstellung eines E-Readers. Andere Zahlen sprechen von einem Verbrauch von 300 Liter Wasser für ein einziges iPad. Unterschiedliche Einschätzungen machen eine eindeutige Sicht auf die Dinge wirklich schwierig. Auch die oben genannte Magisterarbeit kommt deshalb zu dem Schluss: Welches Medium das umweltfreundlichere ist, kommt ganz darauf an. Vor allem auf den Leser. Denn Nutzungsdauer und Nutzungsverhalten spielen eine große Rolle

So ist die Nutzung von E-Readern im Vergleich zum Buch besonders umweltfreundlich:

  • Sie lesen mehr als 30 Bücher im Jahr
  • Sie nutzen Öko-Strom
  • Ihre Elektrogeräte haben bei Ihnen eine lange Lebensdauer – auch wenn neue, modernere Modelle auf den Markt kommen
  • Sie verkaufen oder verschenken ältere Geräte weiter
  • Sie achten auf ordnungsgemäßes Recycling von Elektrogeräten z.B. mit ELECTRORETURN

Hier ist dagegen die Verwendung von Büchern umweltschonender:

  • Sie lesen nur gelegentlich mal ein Buch
  • Sie kaufen auch gebrauchte Bücher
  • Sie wünschen sich Bücher gern als Geschenk
  • Sie verschenken oder verkaufen gelesene Bücher häufig weiter

Natürlich sind die aktuellen Untersuchungen nicht abschließend. Für beide Medien gibt es noch einige Optionen, die sie in Zukunft umweltfreundlicher machen könnten, zum Beispiel durch den Einsatz von Recyclingpapier beim Buch oder einer modularen Bauweise mit besseren Reparaturmöglichkeiten beim E-Reader. Wir bleiben dran und berichten gern, wenn sich hier etwas tut.

Übrigens: Hier haben wir wichtige Tipps zum Kauf von nachhaltigen Produkten zusammengestellt. Die lohnen sich nicht nur für E-Reader!
 
Titelbild: ©Voyagerix – fotolia.de

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Kommentare (2)

Ich nütze seit vielen Jahren E-Reader und bin sehr zufrieden damit, man hat es immer dabei und kann über den Smartphone nutzen.

Haris
11:58 Uhr am 27. September 2016

Ich habe mich schon vor langem dem regulären Buch entgegengestellt. Der Technologiefortschritt ist inzwischen so enorm, dass meines Erachtens Bücher bald völlig unnötig werden. So schlimm finde ich das im Endeffekt nicht, da jährlich tausende Bäume gefällt werden, um Bücher herzustellen. Naturressourcen werden weltweit ausgeplündert, obwohl die Möglichkeit besteht, sich für eine ökofreundliche und preisgünstigere Lösung zu entscheiden! Alles spricht für einen e-Reader!

Bjorn
16:29 Uhr am 23. April 2017

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